Theresa Jäger

Arbeiten von Theresa Jäger entstehen im Zwischenraum von Material und Gefühl – zwischen innerem Impuls und dem Moment, in dem sich eine Form findet.

Die Kunst der Komposition

Der Druck als Technik lässt bis kurz vor Vollendung des Werks eine hohe Flexibilität in der Komposition zu.

Theresa Jäger arbeitet in unterschiedlichen Techniken – Zeichnung, Druck, Collage, Keramik und Installation. Jede Technik entwickelt dabei eine eigene Sprache, ein eigenes Temperament, das Wahrnehmung öffnet und neue Resonanzräume schafft.

Im Zentrum ihrer Arbeiten steht der Mensch: Gesichter, Körperfragmente, Haltungen und Zwischenräume – nicht als Abbild, sondern als Spur von Empfindung, Erinnerung und Erfahrung.

Material versteht Theresa Jäger als ehrlichen, widerständigen Partner im Prozess. In einer Zeit zunehmender Glättung und Digitalisierung sucht ihre Kunst nach einer anderen Form von Nähe: zwischen Material und Mensch, Geste und Gefühl.

Statement

Theresa Jägers Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Figur und Fragment.

Wiederkehrende Charaktere erscheinen nicht als Porträts, sondern als Zustände – zwischen Präsenz und Auflösung.

Die Linie dient dabei weniger als Kontur denn als Bewegung. Sie tastet, verdichtet, bricht auf. Formen entstehen im Spannungsfeld von innerem Impuls und dem Moment, in dem sich eine Gestalt behauptet oder entzieht.

Im Zentrum steht der Mensch – nicht als Abbild, sondern als Spur von Erfahrung, Erinnerung und Empfindung. Zwischenräume werden dabei ebenso wichtig wie das Sichtbare selbst.

Ihre Arbeiten suchen keine eindeutigen Antworten, sondern halten Ambivalenz aus – als Möglichkeit von Nähe.

Bio

Theresa Jäger (*1987) ist bildende Künstlerin mit Schwerpunkt Zeichnung und Druckgrafik.

Ihre erste Ausbildung absolvierte sie im Bereich Mode und Maßschneiderei, bevor sie Kunst im Hauptfach an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg studierte.

Im Zentrum ihrer Arbeit steht der Mensch – als Figur, Fragment oder Spur im Raum. Ihre Arbeiten untersuchen Empfindungen des Menschseins zwischen Präsenz und Abwesenheit, Nähe und Distanz.

Theresa Jäger lebt und arbeitet in Stuttgart.

Exhibitions

2025 - Schlossberg 5

Galerie Schlossberg 5, Nürtingen Zweierausstellung mit Miriam Tölke Arbeiten auf Papier, Druck und Keramik

2025 - Haus des Brotes

Im PRISMA Stuttgart-Bad Cannstatt verband die Rauminstallation „Haus des Brotes“ ein vertrautes Wohnzimmer-Setting mit der politischen Realität Bethlehems. Ein dekorativer Hausbrunnen der 1970er-Jahre traf auf die Frage nach Zugang zu Wasser und existenziellen Ressourcen; zwischen Behaglichkeit und Kontrolle entstand ein Spannungsraum, in dem Nähe, Verlust und Verwundbarkeit sichtbar wurden.

2019 - Marginal II

„Marginal II“, gezeigt im Fensterplatz Heidelberg, führte die Auseinandersetzung mit Menschen am Rand des Sichtbaren fort. Die zuvor monochromen Arbeiten traten farblich hervor und bewegten sich zwischen Verletzlichkeit und Selbstbehauptung; im Zusammenspiel von Zeichnung, Malerei und Illustration rückten Fragen nach Sichtbarkeit, Intimität und urbanem Raum in den Mittelpunkt.

2016 - Marginal

Die Einzelausstellung „Marginal“, präsentiert in den Breidenbach Studios Heidelberg, setzte sich mit Menschen auseinander, die an den Rand des Sichtbaren und Gesellschaftlichen gedrängt sind. Mit reduzierten Linien und fragmentarischen Gesten wurden fragile Momente menschlicher Präsenz eingefangen; die Ausstellung kreiste um das Wahrnehmen des Unscheinbaren und entstand im Rahmen eines Stipendiums mit Atelierplatz.

Commissions

Innere Bilder, äußerer Ausdruck

Auftragsarbeiten entstehen bei Theresa Jäger aus einem persönlichen Gespräch heraus. Ausgangspunkt ist das, was jemand beschreibt, erinnert oder andeutet - oder das Bedürfnis nach einer Form für etwas, das bislang noch kein Bild hat.

Im Gespräch entwickelt sich ein Verständnis für Stimmung, Richtung und Gewichtung. Auf dieser Grundlage wählt sie Material, Technik und künstlerischen Weg- in Zeichnung, Druck, Malerei oder räumlicher Form.

Im Zentrum stehen Fragen wie:

Was bleibt?

Welche Spur kann Material tragen?

Wie lässt sich eine Beschreibung oder ein inneres Bild in eine Form übersetzen, die nicht nur zeigt, sondern berührt?

Aus diesem Dialog entsteht eine Arbeit, die Ausdruck findet - getragen von Aufmerksamkeit, Vertrauen und einem sensiblen Gespür für das, was sichtbar werden möchte.

Auftragskunst

Soundcloud

Kunst im Tun

Impulse & Begleitung

Neben Auftragsarbeiten bietet Theresa Jäger Formate an, in denen Menschen selbst künstlerisch tätig werden können.

Im Mittelpunkt steht das praktische Arbeiten mit Material – wahrnehmen, ausprobieren, ins Tun kommen und eine eigene Form entwickeln. Die Angebote richten sich an Einzelpersonen oder Gruppen, an Menschen mit künstlerischer Erfahrung ebenso wie an jene, die erstmals einen Zugang suchen.

Durch Impulse und künstlerische Begleitung entsteht ein Raum, in dem Hemmungen abgebaut, Sicherheit im Umgang mit Material gewonnen und Vertrauen in den eigenen Ausdruck entwickelt werden kann. Die Formate orientieren sich am jeweiligen Anliegen- offen experimentell oder begleitend bei einer konkreten Idee.

Im Zentrum steht der Prozess.